Meine Vorbereitung in 2009
Der Baltic-Run 2009
Mein Lauf
Bericht vom August 2009
Anreise Berlin Frohnau Samstag 01.08.2009
Wie ich im nachhinein gehört habe, ist Berlin Frohnau eines der begehrtesten und teuersten Viertel der Landeshauptstadt.
Ausgerechnet dort, mitten im Nirgendwo, treffen sich am Samstag den 01.August 2009, 65 Ultramarathon-Läufer aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz in der dortigen Grundschul-Sporthalle zum 2. Baltic- Run, einem Lauf, der über 5 Tagesetappen zwischen 59km und 72 km Etappenlänge von Berlin Alexanderplatz bis nach Usedom Karlshagen insgesamt 325km führt.
Frohnau ist ein wahrlich herrliches Fleckchen Berlin, was ich ohne mein Navigationsgerät garantiert nie gefunden hätte.
Da war ich nun, mein erstes Etappenrennen in dieser Größenordnung und gleich so viele bekannte Gesichter aus früheren Läufen. (Erleichternd!! ).
19.00 Uhr kurzes Kennenlernen der Läufer, danach offizieller Teil:
Startnummerausgabe und Renneinweisung für die nächsten 5 Tage incl. Roadbook.
22.00 Uhr Nachtruhe Licht aus in der Turnhalle (wie beim Bund)
Wecken 5.00 Uhr Sonntag Morgen mit einfachem Frühstück.
Start 1.Etappe Berlin Alexanderplatz (Weltzeituhr 9.00 Uhr
Nach einer relativ unruhigen Nacht in der Turnhalle Berlin Frohnau, werden wir nach dem Frühstück mit einem Doppeldeckerbus abgeholt und nach Berlin Mitte Alexanderplatz gebracht ( immerhin eine Fahrt von ca. 60 Minuten )
Dort angekommen versammeln sich alle Läufer, Sponsoren und Organisatoren standesgemäß unter der Weltzeituhr, von wo aus pünktlich um 9.00 Uhr natürlich nach ausgiebigem Foto-Shooting der Startschuss zur ersten Etappe (62,83 km) bis nach Hubertusstock.
Wir haben bereits um 10.00 Uhr ca. 32 Grad im Schatten und die gesamte 1,Etappe zeichnet dadurch aus, dass wir gar keinen Schatten haben, was blöd ist, da bereits nach den ersten 45 km erfahrene Ultramarathonläufer ausscheiden müssen, da sie zu wenig getrunken haben und dadurch dehydriert sind.
Die Veranstalter stellen uns an den Verpflegungspunkten (nach jeweils ca. 10km) außer der normalen Verpflegung aus Wasser Cola, Eistee, Keksen, Obst, außerdem noch Kochsalztabletten zur Verfügung, um den durchs extreme Schwitzen durcheinander gewürfelten Salzhaushalt auszugleichen, was offenbar nicht alle Läufer in Anspruch nahmen.
Ankunft im Tagungshotel Hubertusstock (Überraschung - keine Turnhalle sondern ein schickes Hotel mit allem Komfort).
Fühle mich gut und trinke erst mal ein Weißenbier, danach duschen und umziehen.
19.00 Uhr ist Abendessen am Buffet (hier uninteressant)
20.00 Uhr ich habe einen Termin zur Massage bei unseren begleitenden Physiotherapeuten. (Erste Massage meines Lebens!!)
Fühlt sich super an, bin total entspannt…………
2. Etappe Hubertusstock bis nach Prenzlau (66,69 km)
Nach einer tollen Nacht im Hotel geht der Wecker um 5.00 Uhr und ich denke.” scheiß Massage, so einen Muskelkater hatte ich noch nie!!!!!!!!!!”
Na ja, erst mal frühstücken.
Das Starterfeld hat sich etwas verändert.
Die langsameren Läufer natürlich auch ich) starten um 7.00 Uhr, die schnellen Hirsche um 8.00 Uhr.
Wir gehen an den Start, Scheiße Regen!!!! Und wie.
Na ja erst mal los.
Die ersten 10km sind die reine Quälerei, doch dann hat man irgendwann wieder seinen Rhythmus gefunden und läuft einfach weiter in den Regen hinaus, der übrigens den ganzen Tag andauern sollte.
Dann kurz vor km 60 schlag ich in einer unübersichtlichen Passage mit meinem rechten Fußgelenk um und denke “Scheiße, das war es jetzt!“
Schleppe mich bis zum nächsten Verpflegungspunkt bei km 61,83 und kann nicht weiter.
Unser Rennarzt stellt die Diagnose “ Verdacht auf Anriss des rechten Außenbandes am Fuß “
Lasse mir von unseren Physiotherapeuten den Fuß tapen und laufe die 3.Etappe bis km 33, die 4. Etappe bis km 50 mit. Um nicht dumm rumzusitzen, mache ich mich derweil als Helfer für die andern Läufer nützlich und besetze mit anderen Mitstreitern notwendige Verpflegungsstellen und erst Hilfe Stationen.
Bin nur leider durch das Nichtbeenden von Etappe 2 aus der Gesamtwertung ausgeschieden. Egal, jetzt geht es um die Ehre!!
Also noch mal alles auf eine Karte: Etappe 5 (59,61 km)
Fühle mich super und lasse mich auch von unserem sportlichen Direktor Jörg Stutzke nicht davon abhalten, die 5. Etappe offiziell in der Wertung zu Ende zu laufen.
7.00 Uhr Start zu den letzten 59,61 km bis nach Karlshagen auf Usedom.
Ich komme dort auch nach 7:59:56 Std. Gesund und ohne Schmerzen an.” ja geht doch !!!“
Toll war jedenfalls der Beschluss des gewählten Läuferrates, dass ich aufgrund meiner sportlichen und kämpferischen Leistung sowohl eine Finisher-Medaille, als auch ein Finisher-Shirt mit Urkunde über die gesamte Distanz bekommen sollte.
Ich muss gestehen, dass mich die Siegerehrung zu Tränen gerührt hat, zumal ich auch noch eine Urkunde als Helfer und Mitorganisator bekam.
Und das sag ich mal ganz unbescheiden, gab es beim Baltic- Run noch nie

Foto, freundliche Leihweise von Lutz: http://picasaweb.google.de/lura.berlin/BalticRun200958094Etappe02#